Aus Biogas wird Strom! – Ein Besuch bei der Netztechnik

Bevor wir in das letzte Semester im Studiengang BWL mit Schwerpunkt Energiewirtschaft gestartet sind, hatten wir die Möglichkeit, die theoretischen Grundlagen aus den vorangegangenen Semestern auch mal in der Praxis zu sehen, um bestens vorbereitet in das Semester starten zu können.

Dazu sind wir am frühen Morgen nach Ganderkesee gefahren. Dort warteten unsere Kollegen aus der Netztechnik im Bereich Strom und Telekommunikation auf uns. Einen Tag lang durften wir einen Einblick in die Komplexität der Netze von der Produktion des Stroms (Biogasanlage) über die Umspannung (Umspannwerk) bis hin zum Hausanschluss, wo Ihr den Strom aus der Steckdose erhaltet, bekommen.

Wie wird der Strom dort hergestellt?

Die Biogasanlage in der Nähe von Großenkneten.

Gestartet haben wir den Tag mit der Besichtigung einer Biogasanlage in der Nähe von Großenkneten. Der dort ansässige Landwirt hat uns einen genauen Einblick in die Betriebsführung seiner Biogasanlage gegeben. Angefangen bei mehreren Tonnen Mist und Maissilage, die gelagert werden, dann gehexelt in den sogenannten Fermenter gelangen, der das Ganze durch ein Rührwerk in Bewegung hält. Durch einen komplexen Gärprozess kann letzten Endes das gewonnene Biogas durch einen Motor verbrannt werden und sowohl Strom als auch Wärme produziert werden. Doch wie kommt der Strom nun in unsere Steckdose?

Der produzierte Strom wird vom Biogasanlagenbetreiber (oder auch anderen Kraftwerksbetreibern) sowohl zum Eigenbedarf verwendet als auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist und muss eine lange Strecke hinter sich legen, um in die Steckdose beim Kunden zu gelangen.

Mit einer hohen Spannung lässt sich der Strom günstiger transportieren. Denn je höher die Spannung ist, desto geringer ist der Stromfluss und somit der Querschnitt der Leitung. Mit einer abnehmenden Spannung wird der Stromfluss größer und daraus resultierend die Leitung, die bei uns zu Hause ankommt. Aber keine Sorge – bei uns zu Hause ist die Spannung nicht so hoch! Bei uns zu Hause kommen 230 bzw. 400 Volt an, was Ihr auf der unten angefügten Grafik sehen könnt. Dort seht ihr auch für welche Spannungsebene EWE NETZ zuständig ist.

Hier seht Ihr die verschiedenen Spannungsebenen auf dem Weg vom Kraftwerk bis zur Steckdose zuhause.
Größenvergleich zwischen Mensch und Transformator.

Damit der Strom mit einer geringeren Spannung bei uns zu Hause in der Steckdose ankommt, muss die Spannung reduziert werden. Dies geschieht in einem Umspannwerk, welches wir uns in Großenkneten anschauen konnten. Die Kollegen erklärten uns hierbei, wie die unterschiedlichen Spannungsebenen miteinander verbunden sind. Hierbei wird in einem Umspannwerk die Hochspannung von 110 kV auf 20 kV reduziert.

Insgesamt hatten wir einen spannenden Tag und haben unglaublich viel über Strom gelernt. Wir hoffen, dass wir auch Euch auf diesem Wege einen kleinen Einblick geben konnten.

Bis bald und viele Grüße,

Joanna und Pia

0 Kommentar(e) zu: Aus Biogas wird Strom! – Ein Besuch bei der Netztechnik

Verfasse einen Kommentar

* Plichtfeld

Nach dem Absenden deines Kommentars wird dieser durch Die Blogger überprüft und freigegeben.