"Azubi trifft..." – im Gespräch mit Geschäftsführer Torsten Maus

Wir haben den Vorsitzenden der Geschäftsführung von EWE NETZ getroffen und mit ihm über seinen Werdegang, seine Aufgaben und die Ausbildung bei EWE gesprochen

Hallo Herr Maus. Sie sind der vorsitzende Geschäftsführer von EWE NETZ. Könnten Sie uns mehr über Ihren Werdegang erzählen?
In meiner Kindheit und Jugend bin ich sehr viel rumgekommen, mein Vater war bei der Bundeswehr und so sind wir oft umgezogen. Mein Abitur habe ich in der Nähe von Hamburg gemacht. Schon in meiner Jugend habe ich mich sehr für Technik interessiert und so lag es für mich nahe, Elektrotechnik in Paderborn zu studieren. Als Ausgleich habe ich mich in der Kirche engagiert und habe Jugendgruppen geleitet und Zeltlager organisiert.

1991 begann meine Karriere bei EWE als Jungingenieur in Cloppenburg: vom Zähler einbauen, Leitungen verlegen bis zum Errichten von Schaltanlagen habe ich alles gemacht und so das Unternehmen von Grund auf kennengelernt.

1994 habe ich in Westerstede erste Führungsaufgaben übernommen und war als Regionsleiter mit Anfang 30 das erste Mal für knapp 100 Mitarbeiter verantwortlich. Fünf Jahre später bin ich in gleicher Funktion nach Varel gewechselt und hatte die Aufgabe, die Standorte Varel und Wesermarsch/Brake zusammenzulegen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich die Verantwortung für knapp 170 Mitarbeiter. Bei einer kleinen Fusion zweier Standorte erlebt man alles, was man auch in einer großen Fusion erlebt. Es werden Dinge in Frage gestellt und es entstehen Ängste und Widerstände, an denen man sehr intensiv arbeiten muss, um einen gemeinsamen Weg zu finden.

Aber auch die Zeit in Varel war endlich. Ich bin zurück nach Oldenburg gekommen und habe Ende 2004 das Ressort Netze als Leiter übernommen. Aus diesem haben wir 2006 die EWE NETZ gegründet und ich wurde zum Geschäftsführer bestellt. 2009 stand für mich das bisher letzte berufliche Highlight an: ich wurde zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Und welche berufliche Station bei EWE war bisher Ihre größte Herausforderung?
Das sind die beiden Themen, die ich eben schon angesprochen habe. Zum einen eine neue Region zu gestalten und Aufgaben- , Funktionen- und Organisationseinheiten zusammenzubringen und neu auszurichten. Zum anderen war die Gründung der EWE NETZ eine Herausforderung, insbesondere die Organisation aufzubauen und deren Abläufe zu gestalten.

Gibt es denn auch Momente, die Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben sind?
Bei mir ist ganz viel positiv in Erinnerung geblieben. Ein schöner Moment für mich war natürlich, als ich nach Oldenburg kommen durfte und Geschäftsführer der EWE NETZ wurde. Mitzuerleben wie sich alles entwickelt hat, ist ein tolles Gefühl!

Und wenn ich auf meinen privaten Hintergrund zurückblicke, dann ist es die Gründung der Familie und die Geburt meiner Kinder. Für mich ist Familie und Gesundheit das Wichtigste. Heute bin ich verheiratet und habe 4 Kinder – das gibt mir die notwenige Kraft für meine Rolle als Geschäftsführer.

Julian, Simone und Torsten Maus

"Ich muss jedem Mitarbeiter vertrauen, dass er seinen Job optimal macht und alles dafür tut, die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Die Aufgaben eines Geschäftsführers sind vielfältig, was sind Ihre Aufgaben genau, in welchem Bereich sind Sie tätig?
Als Geschäftsführer ist man hauptsächlich nicht in der operativen Arbeit tätig, meine Aufgaben sind die wirtschaftliche Steuerung des Unternehmens, die Steuerung der Regulierung, die in der Energiebranche eine große Rolle spielt, und sogenannte Querschnittsfunktionen, wie zum Beispiel die Schnittstelle zum Thema Personal und Ausbildung. In all diesen Themen geht es darum, zu erkennen, was für das Unternehmen wichtig ist und wo wir in Zukunft stehen wollen. Nur, wenn wir ein klares Bild von der Zukunft haben, können wir erarbeiten, was wir als Unternehmen dafür tun müssen.

Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zu tief in die einzelnen Themen einsteige. Entscheidend ist, dass ich den richtigen Abstand beibehalte. Ich muss die Themen und Lösungsvorschläge verstehen, ohne direkt an ihrer Entstehung mitzuarbeiten. Letztendlich spielt dabei Vertrauen eine wichtige Rolle: Ich muss jedem Mitarbeiter vertrauen, dass er seinen Job optimal macht und alles dafür tut, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

EWE NETZ Geschäftsführer Torsten Maus

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag als Leiter eines so großen Unternehmens wie der EWE NETZ aus?
Bei mir ist kein Tag wie der andere; das liegt einfach daran, dass die Aufgabenbereiche extrem vielfältig sind. Es gibt Wochen, in denen ich viel unterwegs bin, aber auch welche, in denen ich überwiegend im Büro bin. Mein Tag beginnt ähnlich wie bei allen anderen auch: Ich stehe morgens gegen 6 Uhr auf und fahre zwischen 7 und halb 8 ins Büro. Zu meiner morgendlichen Routine gehört auch, dass ich mir die Zeit nehme meine Kollegen zu begrüßen und mit Ihnen ein paar Worte zu wechseln. Danach geht es für mich von einem Termin in den nächsten: Ich treffe Entscheidungen, plane die strategische Zukunft der EWE NETZ, koordiniere und sorge dafür, dass jeder im Unternehmen weiß, welche langfristigen Ziele wir verfolgen und wie wir diese erreichen können.

Wann der Tag endet, hängt immer davon ab, welche Aufgaben noch zu erledigen sind. Er endet aber nie um 16 oder 17 Uhr. Es ist für mich normal, mehrere Tage in der Woche auch abends beruflich unterwegs zu sein.

Das klingt nach einer anstrengenden Woche, bleibt Ihnen da noch genügend Freizeit? Wie nutzen Sie diese Zeit am liebsten?
Freizeit habe ich kaum, in der Woche praktisch gar keine, sondern eigentlich nur am Wochenende. Die Zeit verbringe ich dann mit Familie und Freunden. Meine Kinder sind schon älter und studieren, so dass es nicht mehr darum geht, mit ihnen zu spielen – das fänden sie auch sicherlich nicht mehr witzig – sondern sie in ihrem eigenem Leben zu unterstützen und einfach für sie da zu sein.

Außerdem bin ich jemand der gerne liest, nur komme ich wenig dazu – das ist etwas, was ich sehr bedauere. Ansonsten werkle ich so vor mich hin, gerade im technischen Bereich und am Rechner probiere ich viele neue Sachen im Haus aus und treibe meine Familie manchmal mit den technischen Dingen in den Wahnsinn. :-) 

"Freut Euch einfach auf das, was in der Zukunft kommt! Es sind nicht nur Herausforderungen, sondern es sind auch so viele Chancen."

Jedes Jahr starten rund 100 Auszubildende und Duale Studenten mit ihrer Ausbildung bei EWE, die ersten Tage sind dabei immer ganz besonders spannend. Was ist aus Ihrer Sicht für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben wichtig?
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man sich öffnet und die verschiedenen, teilweise auch neuen Eindrücke auf sich wirken lässt. Zudem ist es wichtig, selber aktiv zu werden und mitgestalten zu wollen. Man sollte die Ausbildung dafür nutzen, Dinge zu finden, die einen interessieren und zu denen man mehr erfahren möchte. Es ist wichtig, persönliches Engagement zu zeigen, dann ist man auf einem guten Weg und kann Karriere bei EWE machen!

Die Ausbildung bei EWE ist in der Region hoch angesehen. Wo genau sehen Sie die Vorteile in der Ausbildung bei EWE?
Das Thema Ausbildung ist für EWE immens wichtig, die Auszubildenden und Dualen Studenten sind unsere Zukunft. Die Vorteile einer Ausbildung bei uns sind, dass EWE über große Möglichkeiten verfügt, die nur ganz wenige bieten können. Wir haben das Zentrum für Aus- und Weiterbildung und den EnergieCampus, in denen man berufliche sowie soziale Kompetenzen und ein Gefühl für die Gemeinschaft vermittelt bekommt – in der man merkt, dass es Spaß macht nach vorne zu kommen. Ich glaube es stecken enorme Werte und eine sehr hohe Qualität dahinter. Von dem was man hier lernt, profitiert man das ganze Leben.

Zum Abschluss: Der Jahreswechsel steht vor der Tür. Wie verbringen Sie die Festtage und was wünschen Sie sich für das neue Jahr?
Erstmal werde ich die Festtage dazu nutzen, ein wenig zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Das Weihnachtsfest werde ich im Kreis der Familie verbringen – da freue ich mich auch schon sehr drauf. Für uns hat Weihnachten eine enorm hohe Bedeutung, weil das die Gelegenheit ist, als gesamte Familie zusammenzukommen. Und aus Tradition findet am zweiten Weihnachtstag ein Treffen im großen Familienkreis mit der ganzen Verwandtschaft statt.

Für das neue Jahr wünsche ich mir, dass wir die großen Aufgaben, die wir haben, mit Ruhe, Gelassenheit und einer klar ausgerichteten Kraft angehen –das wünsche ich mir auch für mich selber. Dabei müssen wir alle sicherstellen, dass die Balance zwischen Privatem und Beruflichem im Leben stimmt, nur so behalten wir unsere Leistungsfähigkeit.

Was möchten Sie unseren Lesern und uns Azubis mit auf den Weg geben?
Freut Euch einfach auf das, was in der Zukunft kommt! Es sind nicht nur Herausforderungen, sondern es sind auch so viele Chancen.

Jedem Einzelnen sollte bewusst sein, dass er ein wichtiges Mosaiksteinchen bei EWE ist – und wir brauchen dort jeden mit vollem Einsatz an Bord.

Vielen Dank für das freundliche Gespräch Herr Maus!

 

0 Kommentar(e) zu: "Azubi trifft..." – im Gespräch mit Geschäftsführer Torsten Maus

Verfasse einen Kommentar

* Plichtfeld

Nach dem Absenden deines Kommentars wird dieser durch Die Blogger überprüft und freigegeben.