Meine Abordnung im Tiefbau

In der Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik gibt es im ersten halben Jahr des dritten Ausbildungsjahres eine sogenannte Abordnung. In dieser Zeit werden wir in verschiedenen Bereichen eingesetzt, etwa in einer Tiefbaufirma, in der Netztechnik oder den Bezirksmeistereien. Das ganze dient dazu, eine neue Perspektive einzunehmen und das wirkliche Leben und die Berufspraxis kennenzulernen.

In diesem Artikel geht es um meinen Einsatz in der Fremdfirma Oellrich aus Hemmoor, die für EWE die Tiefbauarbeiten erledigt. Mit den Kollegen war ich die letzten drei Wochen im Elbe-Weser-Dreieck unterwegs.

Die Abzweigung von der Gas-Hauptleitung

Der erste Einsatz war ein Gas-Hausanschluss in Bremerhaven-Loxstedt. Die Hausbesitzer wollten ihre Ölheizung gegen eine moderne Erdgasheizung tauschen. Die Hauptleitung für das Erdgas liegt schon unter dem Gehweg an der Straße, doch um das Gas ins Haus zu bekommen, muss ein Abzweig von der Hauptleitung ins Haus geschaffen werden. Das war an diesem Tag unsere Aufgabe.

„Tief stechen, weit schmeißen!“

Diesen Spruch habe ich in letzter Zeit ständig gehört, denn Gasleitungen liegen in 80cm Tiefe unter der Erde, sind knallgelb und bestehen aus Kunststoff. Zuerst musste die Hauptleitung an der Straße freigelegt werden. Als nächstes wurde ein Loch im Garten vor der Hauswand gegraben. Und wie macht man das, wenn man den schönen Rasen nicht mit den Raupen des Minibaggers umpflügen darf? Richtig, mit Muskelkraft. Also mit Schaufel und Spaten ein Loch, Meter mal Meter und 80 cm tief ausheben.

Die Erdrakete dient der unterirdischen Leitungsverlegung
Nun muss die Leitung vom Loch an der Straße zum Haus geführt werden. Dies macht man mit einer Rakete, und die hat nichts mit Raumfahrt zu tun. Die Rakete ist ein langer metallener Zylinder mit einer Spitze am einen und einem Druckluftanschluss am anderen Ende. Durch die Druckluft bewegt sich die Spitze vor und zurück und schiebt die Rakete langsam durch das Erdreich. So „schießt“ man dann vom Loch an der Straße zum Haus. Anschließend wird die Gasleitung durch den entstandenen Tunnel hindurchgeschoben und es wird eine Kernbohrung durch die Hauswand gebohrt. Das Rohr wird mit der Hauptleitung verschweißt und im Haus werden Absperrhahn und Druckregler montiert.

Wenn alles fertig ist, müssen der Garten und der Gehweg natürlich wieder so aussehen wie vorher. Also werden die Löcher wieder geschlossen. Ein Stück höher als die Gasleitung wird noch das Trassenband verlegt. Es dient zur Warnung vor der Gasleitung, damit ein Baggerfahrer nicht aus Versehen die Leitung abreißt. Das Granitmuster im Gartenweg wieder zu pflastern war dank des Fotos vom Smartphone auch kein Problem. Am Ende freute sich das Ehepaar über den Gasanschluss und bedankte sich bei meinen zwei Kollegen und mir für die Arbeit.

Ich werde euch hier auf dem Blog in nächster Zeit auf dem Laufenden halten, denn es gibt noch einiges zu berichten und der Tiefbau ist ja nur meine erste Station in der Abordnung.

Bis die Tage!


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