Hoch hinaus: Windenergie live auf 123 Metern

Donnerstag, 10. März, 8 Uhr. Normalerweise steht jetzt das monatliche Redaktionstreffen für den Azubiblog an. Wer von den Bloggern hier nicht dabei ist, ist entweder krank oder hat einen ganz besonders wichtigen Termin. Ansonsten lässt sich niemand die Redaktionssitzung entgehen.

Doch dieses Mal hatte ich einen guten Grund, an dem Treffen nicht teilzunehmen. Ich hatte die Möglichkeit eine Windkraftanlage zu besichtigen. Gemeinsam mit drei Kollegen der EWE ERNEUERBARE ENERGIEN GmbH fuhr ich am Donnerstag also nicht in Richtung ZAW (Zentrum für Aus- und Weiterbildung), sondern nach Emden.

Offshore, Onshore und Nearshore

Mein Kollege Tobias und ich auf dem Dach der Gondel

Für 10 Uhr war das Treffen im Wybelsumer Windpark mit zwei Mitarbeitern der Firma IFE aus Emden angesetzt. IFE ist der Betriebsführer der Windkraftanlagen und kümmert sich um Wartung und Reparaturen. Angekommen an der Windkraftanlage des Typs E-112 der Firma Enercon erwartete uns die erste Hiobsbotschaft. Auf Grund eines gesperrten Aufzuges konnten wir die Anlage nicht besichtigen. Zum Glück steht in Emden und umzu nicht nur eine Windkraftanlage, sodass wir eine andere Anlage des gleichen Typs besichtigen konnten. Bei der nun ausgewählten Anlage handelt es sich dabei sogar um ein ganz besonderes Exemplar. Die Anlage steht im Wasser und wurde auch von der Wasserseite aus gebaut, ist allerdings von Land aus begehbar – quasi eine Mischung aus Onshore (an Land) und Offshore (auf See), der Experte nennt das Nearshore. 

Der Aufstieg zur Gondel

Der Fahrstuhl erleichtert den Aufstieg innerhalb des Turms

Nach einer ersten Sicherheitseinweisung und dem Anlegen des Sicherungsgeschirrs ging es in die Anlage. Die ersten 15 Meter stiegen wir abgesichert an einer schmalen Leiter nach oben. Die nächsten 80 Meter wurden bequem im Fahrstuhl zurückgelegt. Allerdings klingt das nun sehr viel luxuriöser als es tatsächlich ist. Der Fahrstuhl ist eine ein Quadratmeter große Fläche, mit freiem Blick auf die tragenden Stahlseile, die im besten Fall einen Durchmesser von einem Zentimeter haben. Ein Gefühl der Entspannung will sich bei diesem Anblick und der Tatsache, dass der Boden gute 80 Meter weit weg ist, nicht einstellen. Entspannender war da schon der weitere Aufstieg über Leitern.

Die wahre Größe einer Windkraftanlage

Neue Perspektiven auf 123 Metern Höhe

In der Gondel, und damit auf 123 Metern angekommen, zeigt sich zum ersten Mal die wahre Größe einer Windkraftanlage. Ein riesiges Getriebe, unzählige Technikschränke und weitere technische Anlagen finden Platz in der Gondel, die sich über drei Etagen erstreckt. Von der obersten Etage aus gelangt man letztendlich auf das Dach der Gondel. Auf 130 Metern Höhe konnten wir trotz bescheidener Sicht, etwas Regen und Wind einen tollen Ausblick über ganz Emden genießen.

Somit hatte sich der Aufstieg auf jeden Fall gelohnt – dafür kann man auch mal ein Redaktionstreffen verpassen.

Das folgende Video zeigt Euch u.a. auch den Aufbau einer Windkraftanlage:

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