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Veranstaltungen

enera Barcamp – Dangast mal anders

13.03.2019 6
Übersicht über die Teilnehmer des enera Barcamp in Dangast

Was ist das überhaupt, so ein Barcamp? „Barcamp“ ist ein Format, in dem sich Menschen zu einem spezifischen Thema oder auch ohne Themenvorgabe treffen, alles Mögliche besprechen und sich untereinander austauschen. Am besten vorstellen kann man sich das wie ein Seminar, bloß gibt es bei Barcamps keine einzelnen Personen, die vorne stehen und dir Wortfluten ins Ohr boxen, sodass man sich lieber wünscht, man hätte heute Morgen länger geschlafen. Bei Barcamps zählt jeder Einzelne und jeder kann eine sogenannte Session planen und vorstellen.

Zu Beginn von Barcamps gibt es nämlich eine einzige kurze einheitliche Aktion, die Sessionplanung. Dort sitzen alle Teilnehmer zusammen und jeder, der gerne möchte, stellt seine eigene geplante Session vor. Die restlichen Teilnehmer melden sich dann bei Interesse an dieser an und sie wird fest in den Tagesplan eingebaut, wenn genügend Interesse besteht. Sessions sind dabei einfach Sitzungen für einen festgelegten Zeitraum, die ein größeres Thema als Grundlage besitzen, und in welcher die interessierten Teilnehmer sich austauschen, diskutieren und möglicherweise auch konkrete Lösungen für Probleme finden. Die Sessionplanung bildet die einzige Regel für das Barcamp. Es gibt Sessions, die werden von vornherein geplant, und man kann dort hingehen. Man kann aber auch einfach im Jadebusen bei Regen schwimmen gehen.

Das alles verdeutlicht ein zentrales Konzept: jeder kann machen, was er möchte. Man kann während den Sessions einfach in eine andere wechseln oder einfach selbst anstelle des Sessionleiters die Diskussion führen. Es kann vorkommen, dass man am Ende über ein ganz anderes Thema redet, was nichts mehr mit der Session zu tun hat. Oder man schnappt sich unten einen frischen Kaffee und Kuchen, denn versorgt wurden wir alle prima; es gab Frühstücksbrötchen, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Erster Tag: Ankommen, 3D Druck, autonomes Fahren, Startups, Freifunk

Selfie von Blogger Jan Kister
Zur Auflockerung sollten alle Teilnehmer ein Selfie von sich machen

Zum Hintergrund meines Barcamp-Besuchs: enera ist dir sicherlich bekannt, bzw. du hast schon mal davon gehört; das ist das Projekt zur Energiewende von der EWE und vielen weiteren Organisationen und im Rahmen dieses Projektes wurde eben auch ein Barcamp veranstaltet. Meine Ausbildungsleitung ist daher auf mich zugekommen und hatte mir angeboten, an diesem teilzunehmen. Das hat mich sehr gefreut und war auch sehr unkompliziert. Für den Freitag in der Uni wurde ich dann ganz einfach freigestellt, sodass ich am Barcamp teilnehmen konnte. Für mich ist das eine der vielen Sachen, die mein Studium bei der EWE TEL so besonders machen: unkompliziert und persönlich.

Ganz entspannt um 8:30 Uhr ging es Freitag mit dem Frühstück los, bevor allen Barcamplern das Format erklärt und die Sessions geplant wurden. Bereits beim Frühstück hat man erste Leute kennengelernt, generell war die Atmosphäre sehr offen und überhaupt nicht oberflächlich, was das Barcamp zu einem ganz besonderen Format macht.

In der Sessionplanung wurden dann so viele tolle Themen angesprochen, dass ich mich oft gar nicht entscheiden konnte, an welcher Session ich teilnehmen werde. Konkret habe ich mich dann für „3D-Druck“, „Es gibt Tote“, „Vom Denken in Bildern und seinen Folgen“, „Startups – Was ist das, wie machen wir das?“, „Freifunk“ und „SmartMirror“ entschieden. Die spannendsten Sessions an diesem ersten Tag waren unter anderem „Es gibt Tote“, „Startups“ und „Freifunk“.

Überblick über die Sessions des ersten Tages
Hier siehst du alle Sessions des ersten Tages

Bei der Session „Es gibt Tote“ ging es um autonomes Fahren und die moralischen Konsequenzen; dort kamen dann Fragen auf, wer für Unfälle verantwortlich gemacht wird und wie ein Auto sich im Zweifel entscheiden soll, wenn es in eine gefährliche Situation kommt.

„Startups“ war eine kleine Diskussionsrunde mit 5 Leuten, in der ich gelernt habe, wie man sein eigenes Ding durchzieht und sein privates Umfeld möglichst positiv gestaltet. Die anderen Teilnehmer haben teilweise schon selbst Startups gegründet und konnten mir daher viele Erfahrungen vermitteln.

Auch genial war „Freifunk“. Dort hat uns ein Mitglied Freifunk erklärt und die eingesetzte Technik dahinter vermittelt, was ich persönlich super interessant finde. Ein Besuch der Freifunk Website lohnt sich auch :-)

Abends gab es nach den Sessions noch eine kurze Zusammenfassung vom Tag und es wurde schnell klar, dass jeder einzelne Teilnehmer komplett überwältigt war und viel für sich selbst mitgenommen hat. Mir persönlich hat die Zwanglosigkeit am meisten gefallen, man konnte an jeder Ecke mit interessanten Menschen schnacken.

Zweiter Tag: Hängebrücken, Freifunk 2.0, emotionaler Abschluss
Überblick über die Sessions am zweiten Tag
Sessionplanung am Samstag

Die erste Session startete Samstag um 11 Uhr, da wir um 9:30 Uhr erstmal ausgiebig gefrühstückt haben. Es war ja immerhin noch ein bisschen Wochenende :-)

Interessante Sessions waren dann bei der Sessionplanung für mich persönlich „Zur Schule über die Hängebrücke“, „MAZI“ (Erweiterung der Freifunk Session vom Vortag), „HelpStar“ und „I Need Vitamin Sea“.

„Zur Schule über die Hängebrücke“ wurde von einer Freiwilligen organisiert, die ein Auslandsjahr in Asien verbracht hat und dort eine ganz andere Welt als unsere westliche kennengelernt hat. In dieser Session wurde mir noch einmal bewusst, dass Floskeln wie „Uns geht es doch so gut hier!“ stimmen und auch wirklich Sinn machen. Die Freiwillige berichtete bspw. davon, wie glücklich sie ist, hier in Deutschland wieder eine Waschmaschine zu haben und dass die Wäsche hier auch trocknet. Auf ihrer Reise musste sie täglich ca. eine Stunde mit der Hand ihre Wäsche machen und aufgrund der teilweise so hohen Luftfeuchtigkeit von bis zu 98% wurden ihre Klamotten nie richtig trocken. Auch berichtete sie davon, wie sie den allgemeinen Kapitalismus und die Verfolgung persönlicher Ziele wahrgenommen hat, als sie wieder hier in Deutschland nach ihrer Reise gelandet ist. Hier ist die Gesellschaft sehr auf sich selbst fokussiert und strebt nach immer mehr Glück, während man in den Ländern ihrer Reise einfach jeden glücklichen Moment lebt, weil sie so selten sind. Das ist eine ganz andere Lebensweise. Diese Session war wirklich inspirierend.

In der „MAZI“ Session sind wir dann in die technische Seite von „Freifunk“ vom vorherigen Tag weiter eingestiegen. Das war für mich durchaus spannend. Die Technik der Router ist nämlich so aufgebaut, dass sie sich untereinander finden, verbinden und somit den Nutzern pro weiteren angeschlossenen Router eine größere Fläche anbieten. Es fungieren davon nur vereinzelte Router als Gateway zum direkten Internetanschluss, die Router ohne Internetanschluss leiten die Verbindungen dann an diejenigen mit weiter.

Nach dieser Session gab es dann ausgiebiges Mittagessen und ich habe mich festgequatscht, sodass ich an der nächsten Session gar nicht teilgenommen habe. Das war aber auch kein Problem, im Gegenteil, die Gespräche waren auch ohne Session spannend, was wieder zeigt, wie regelfrei Barcamps auskommen.

Zum Schluss hat es mich dann noch in eines der Strandzelte verschlagen, in dem die Session „I need Vitamin Sea“ stattgefunden hat. Ich kam ein wenig zu spät und genauso verwundert sah ich aus, als ich wirklich fast 90% aller Teilnehmer in diesem kleinen Zelt sitzen saß! In der Session ging es nämlich um persönliche Erfahrungen mit Depressionen und dort wurde es schnell emotional, aber auch sehr glücklich. Die Teilnehmer haben offen gesprochen und das, obwohl sich ja alle gar nicht richtig kannten! Das war eine tolle Erfahrung und ich bin ganz baff aus der Session gegangen. So etwas Schönes hatte ich tatsächlich seltenst erlebt. Ein wunderbarer Abschluss für wunderbare Tage auf dem Barcamp.

Die letzten Stunden: Abschied und Afterparty in der Strandbar

Schlussendlich trafen sich dann noch mal alle Teilnehmer oben im Weltnaturerbe-Portal, dort gab es letzte Worte, ein paar Bilder und Verweise auf andere Barcamps, die sich zu besuchen lohnen. Falls du interessiert an einem Barcamp bist, empfehle ich dir folgende Seite: https://www.barcamp-liste.de. Dort findest du nahezu alle guten Barcamps, die genauso wie dieses von enera meist auch kostenlos sind.

Nach der Abschlusssession sind dann noch einige Teilnehmer unten an den Strand gegangen, wo wir den Abend in der Strandbar ausklingen ließen. Das war wirklich schön, die Atmosphäre war auch hier einfach zum Wohlfühlen, und sogar die Nordsee hat sich zum Ende hin von ihrer guten, sonnigen Seite gezeigt. Hat ja schließlich auch sonst fast nur geregnet und gestürmt :-)

Die enera-Seite findest du übrigens unter https://projekt-enera.de, falls du einfach mal mehr über das Projekt wissen möchtest. Zudem ist vor kurzem auf unserem Blog ein Artikel über den enera Pitch Slam herausgekommen, den haben Merle und Lea verfasst. Diesen kann ich dir auch nur wärmstens empfehlen :-)

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Jan Kister
Jan Kister
Duale Student Wirtschaftsinformatik
Mein Name ist Jan-Magnus und ich komme aus Oldenburg. Privat habe ich mich schon immer für den Bereich Informatik interessiert, beispielsweise Zuhause eigene Systeme gebastelt. Daher war ich mir nach dem Abitur sofort sicher, dass Wirtschaftsinformatik für mich perfekt ist. Im Februar 2017 habe ich entdeckt, dass bei EWE TEL noch ein Studienplatz frei ist, und mich begeistert beworben. Zwei Wochen später hatte schon ich die Zusage.
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